IKS Academy – alles außer oldschool

Die IKS Academy existiert seit Mai 2020 und steht für eine ganz neue Form der Lernkultur: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können hier lernen und sich weiterqualifizieren.

06. November 2020

mask Blau-grüne Gesteinsschichten

Das Fraunhofer IKS ist auf dem Weg der agilen Transformation. Damit ist nicht nur das agile Projektmanagement gemeint, das inzwischen tatsächlich schon ein »alter Hut« ist. Wir gehen am Institut noch einen Schritt weiter: Wir richten das komplette Institut als agile Organisation aus, nicht nur um schneller und flexibler zu werden. Wir gehen den Weg der agilen Transformation, um das Institut so aufzustellen, dass der Transfer von exzellenten Forschungsergebnissen in die Anwendung erfolgreich gelingt und wir dabei wettbewerbsfähig sind.

Das setzt ein Institut voraus, in dem es den Mitarbeitenden Spaß macht zu arbeiten, in dem sie sich permanent weiterentwickeln können; ein Institut, in dem sie die notwendigen Rahmenbedingungen vorfinden, um zu wachsen, Neues auszuprobieren; ein Institut, in dem sie alles Notwendige erhalten, um kritische Fragen zu stellen und eingefahrene Wege zu verlassen.

Dazu müssen wir natürlich unsere Prozesse neu denken, auch unsere Führungskultur (Stichwort: »Wir müssen alle ein bisschen mehr Coach sein.«) sowie unsere Methoden und Werkzeuge. Aber natürlich müssen wir auch das viel zitierte mind set und die Lernkultur sowie die Art und Weise, wie wir Informationen teilen und bereitstellen, neu denken. Ich bin fest davon überzeugt, dass man nur dann, wenn man das big picture im Kopf hat, wenn man seine Arbeit und seinen Beitrag in das große Ganze einordnen kann, wenn man etwas über den Tellerrand hinausschaut, wirklich sinnvoll und sinnstiftend arbeiten kann. Und genau hier setzt die IKS Academy an.

Transparenz steht an erster Stelle

Wir haben für unsere agile Transformation Lösungen gesucht, um

  • Teams und Mitarbeitende in die Lage zu versetzen, noch mehr Entscheidungen selbst treffen zu können (Stichwort »Empowerment«),
  • unsere Mitarbeitenden in ihrer Selbstorganisation zu stärken,
  • im Fraunhofer IKS eine Kultur des Vertrauens, der Offenheit und Transparenz, und so die Voraussetzung für eine lernende Organisation zu schaffen und um damit
  • die Innovationsfähigkeit des Instituts zu stärken.

Wichtige Kriterien waren dabei, möglichst viel Transparenz zu schaffen, also Informationen nicht nur ausgewählten, exklusiven Gruppen zugänglich zu machen, und Formate zu finden, die zeit- und ortsunabhängig funktionieren. Daraus ist die IKS Academy entstanden. Sie ist im Mai 2020 gestartet, während und trotz der Corona-Pandemie und den umfangreichen Einschränkungen, die damit verbunden waren. Als Formate haben wir Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden, Schulungen und Trainings gewählt. Die Videoaufzeichnungen und Präsentationen stehen allen Mitarbeitenden im Institut digital per E-Learning zur Verfügung, sodass jeder zu jeder Zeit nach eigenem Tempo auf die Module zugreifen und sie wiederholen kann.

Drei Säulen der IKS Academy

Die IKS Academy basiert dabei auf drei Säulen: erstens Onboarding, zweitens Know-how-Transfer und drittens Qualifizierung.

Die erste Säule »Onboarding« richtet sich primär an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wir neu im Institut begrüßen können. Das sind oft Mitarbeitende, die am Anfang ihrer Karriere stehen, die bislang mit der außeruniversitären Forschungslandschaft und damit auch mit der Fraunhofer-Gesellschaft recht wenig Kontakt hatten. Wichtig ist hier, dass die neuen Mitarbeitenden möglichst schnell das notwendige Wissen erhalten und die richtigen Netzwerke aufbauen können.

Säulen der IKS Academy

Die IKS Academy stützt sich auf die drei Säulen Onboarding, Know-how-Transfer und Qualifizierung.

Wichtig ist uns aber auch, Verständnis zu schaffen und Hintergrundinformationen zu liefern, warum bestimmte Dinge in einem Fraunhofer-Institut so laufen, wie sie halt laufen. Themen hier sind Vision und Mission, die verschiedenen Leistungsindikatoren (KPIs), das Führungsleitbild, aber auch Gemeinnützigkeit und Personalentwicklung oder auch Vergaberichtlinien und Technologietransfer. Dazu haben wir aktuell bereits zwei Module umgesetzt: »Fraunhofer in a nutshell« und »Inside IKS«. Ein drittes Modul »Leadership at IKS« ist in Vorbereitung. Unser Ziel: #ProudToBeFraunhoferIKS .

Bei der zweiten Säule »Know-how-Transfer« geht es vor allem um konkrete Methoden und spezielle fachliche Themen. Die Säule richtet sich an Mitarbeitende, die in bestimmten Bereichen ihr Wissen aufbauen oder vertiefen möchten. Das können Mitarbeitende zu Beginn ihrer Promotion sein, das können aber auch Mitarbeitende sein, die sich thematisch weiterentwickeln wollen und neue Aufgaben übernehmen. Seit Mai 2020 haben wir hier verschiedene »Safety-Workshops« umgesetzt, unter anderem zu den Themen »Grundlagen des Safety Assurance« oder »Safety Analyses for Software-Intensive Systems«. Bereits in Planung sind die nächsten Module zu Themen wie »Modellbasierte Software-Entwicklung«, »Resiliente Software-Systeme« aber auch »Arbeitsrecht für Führungskräfte«.

Als dritte Säule ergänzt die »Qualifizierung« die IKS Academy. Hier geht es vor allem um die Ausbildung von Kompetenzen, die als Kernkompetenzen am Institut besonders wichtig sind. Durch verschiedene Qualifizierungsbausteine (Theorie, Praxis, Training, Coaching etc.) und eine anschließende Zertifizierung können wir sicherstellen, dass die Mitarbeitenden allesamt auf gleichbleibend höchstem Niveau ausgebildet werden, dass die einzelnen Bausteine der Qualifizierung transparent sind und dass eine entsprechende Fachkunde erreicht wurde. Damit helfen wir unseren Mitarbeitenden auch in ihrer persönlichen Entwicklung, wenn sie eine anschließende Karriere außerhalb des Fraunhofer IKS planen. Mit einer zertifizierten Ausbildung können sie ihre erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen tatsächlich auch nachweisen. In der Säule der »Qualifizierung« starten wir noch in diesem Jahr mit dem Programm zum »IKS Qualified Agilist«, das Programm »Certified Safety-Expert« ist bereits in Vorbereitung.

Besonders wichtig ist uns, dass alle Formate der IKS Academy, die sich bewusst und primär an die Ausbildung der eigenen Mitarbeitenden richten, tatsächlich auch allen Mitarbeitenden offenstehen. Wir investieren hier ganz bewusst Zeit und Ressourcen in ihre Entwicklung. Ich glaube daran, dass allein die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden und ihre Neugierde mit Unterstützung durch ein modernes, coachendes und wegbereitendes Führungsverständnis zu einer ganz neuen Form an Lernkultur führen wird. Und wir sind fest davon überzeugt, dass bestens ausgebildete und neugierige Mitarbeitende die beste Voraussetzung sind, damit der Transfer von Wissen in die Gesellschaft erfolgreich gelingen kann.

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