IKS-Aufbauprojekt
Mit Zukunftsthema gut aufgestellt

Zur fachlichen Begleitung des IKS-Aufbauprojekts hat das Fraunhofer IKS einen Beirat ins Leben gerufen. Am 14. April kam der Beirat zu seiner ersten regulären Sitzung zusammen. Die beiden Vorsitzenden Thomas Gallner und Prof. Dr. Thomas Seidl sprechen über ihre Motive, sich dort zu engagieren. Und über die Akzente, die sie dabei setzen wollen.

mask Menschen an Campus von oben

Das Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS wird »Know-how für den praktischen Einsatz kognitiver Systeme in unterschiedlichen Anwendungsdomänen aufbauen und die Ergebnisse mit Wirtschaftspartnern erproben, um so die Voraussetzungen für den zukünftigen Industrietransfer im Fraunhofer-Modell zu schaffen.«

So heißt es in der Geschäftsordnung für den Beirat des IKS-Aufbauprojekts. Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt diesen thematischen Aufbau des Fraunhofer IKS durch eine auf fünf Jahre angelegte Förderinitiative mit Laufzeit 2019 bis 2024 mit einem Betrag von insgesamt 40,1 Mio Euro – und einem klaren Auftrag: Das Institut soll die Grundlagen für die Anwendung von KI-basierten Methoden und Technologien in resilienten Software-intensiven Systemen erarbeiten.

Thomas Gallner

Thomas Gallner ist Leiter des Innovationszentrums & Technologiescoutings bei CARIAD, dem Unternehmen des Volkswagen Konzerns. Bereits seit 2019 unterrichtet er als Dozent Innovationsmanagement an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg. Davor war Gallner fast 13 Jahre bei Continental tätig, zuletzt als Head of Corporate Innovation Management. Zu den weiteren Stationen seiner Karriere gehören unter anderem Siemens und Infineon. Sein Studium der Mikrosystemtechnologie an der OTH Regensburg schloss er 1995 als Diplomingenieur ab.

Vernetzung in viele Richtungen

Auf dem Weg dorthin begleiten neun Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft das Fraunhofer IKS, der IKS-Projektbeirat. »Ich kenne bereits das Vorgängerinstitut, das Fraunhofer ESK«, sagt Thomas Gallner, Vorsitzender des Beirats. »Ich war dort Mitglied im Kuratorium.« Außerdem geht es dem Leiter des Innovationszentrums & Technologiescoutings bei CARIAD, dem Unternehmen des Volkswagen Konzerns, um die Vernetzung mit Universitäten und Hochschulen, Forschung und Wissenschaft, aber auch Start-ups. »Für uns ist stets der Outside-In-Blick wichtig: Was passiert auf den Märkten weltweit, was bei Start-ups und in der Wissenschaft?«, erläutert Gallner. Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) sei dabei aus seiner Sicht absolut entscheidend, nicht nur für den Volkswagen Konzern, sondern für den Standort Deutschland insgesamt.

Sein Stellvertreter im Beiratsvorsitz ist Prof. Dr. Thomas Seidl, Inhaber des Lehrstuhls für Datenbanksysteme und Data Mining am Institut für Informatik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auch für ihn ist die Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft kein Neuland: »Ich bin mit dem Fraunhofer IIS am ADA Lovelace Center engagiert«, so Seidl. »Durch meine Mitarbeit im IKS-Beirat möchte ich die Verflechtung innerhalb der Fraunhofer-Institute fördern, die auf verwandten Gebieten forschen.« Aber natürlich gehe es ihm ebenfalls darum, die Schiene zwischen dem Fraunhofer IKS und der LMU zu stärken.

Prof. Dr. Thomas Seidl

Prof. Dr. Thomas Seidl leitet den Lehrstuhl für Datenbanksysteme und Data Mining an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Er ist Sprecher des nationalen KI-Kompetenzzentrums Munich Center for Machine Learning (MCML) sowie Mitglied im Direktorium des Leibniz Rechenzentrums (LRZ), des Elitestudiengangs Data Science, mehrerer wissenschaftlicher Beiräte und zahlreicher Programmkomitees. Auf das Informatikstudium an der TU München folgten Promotion und Habilitation an der LMU, an die Seidl nach Stationen an der Universität Konstanz und der RWTH Aachen 2016 zurückkehrte.

Auch inhaltlich kann sich Seidl mit der Forschungsarbeit des Fraunhofer IKS identifizieren. »Wenn man KI und Maschinelles Lernen von der Forschung auf die Straße und in den Betrieb bringen will, dann ist dafür Sicherheit im Sinne von Safety sehr wichtig.« Und genau hier sieht Seidl das Fraunhofer IKS sehr gut aufgestellt. »Dort gibt es fundierte Erfahrungen mit der Sicherheit von Softwaresystemen. Und das jetzt anzuwenden auf Kognitive Systeme, die mit KI und Maschinellem Lernen funktionieren, ist die große Stärke des Instituts«, erklärt Seidl.

Diese Fokussierung auf ein wichtiges Zukunftsthema sieht auch Thomas Gallner als Anreiz, sich im Beirat als Vorsitzender zu engagieren. Hinzu komme ein Standortvorteil: »München ist in Deutschland sicher einer der besten Standorte, um das Thema KI voranzutreiben. Nach Berlin hat sich hier die zweitwichtigste Start-up-Szene etabliert, aber auch viele DAX-Unternehmen sind in der Landeshauptstadt angesiedelt. Im Umland entsteht gerade ein Space Valley. Auch München selbst ist ein guter Schmelztiegel für Technologien: Man baut hier auf einer glänzenden Forschungstradition auf und hat zugleich eine gute Strategie für die Zukunft.«


Im zweiten Teil der Vorstellung unserer Beiratsvorsitzenden geht es um ein Kernthema der Forschung am Fraunhofer IKS: Safe Intelligence.

Dieses Vorhaben wurde im Rahmen des Projekts Unterstützung des thematischen Aufbaus des Instituts für Kognitive Systeme durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.

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