Interview
Frauen in der KI-Forschung – Das sind die Motivationen unserer Mitarbeiterinnen

Gute Forschung profitiert von Diversität und vielfältigen Ideen – deshalb sollte die Forschungsgemeinde die Realität der Gesellschaft widerspiegeln. Das Fraunhofer IKS setzt sich daher für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in der Wissenschaft ein.

11. Februar 2020

mask Blaue Pflanzen

Der aktuelle Global Gender Gap Report 2020 des Weltwirtschaftsforums zeigt: Die Geschlechterverteilung im Bereich KI ist, auch im Vergleich zu anderen technischen Wirtschaftsbereichen, sehr unausgeglichen. Nur 26% der Entwickler im Bereich »Data and AI« sind weiblich.

Es gibt also dringenden Nachholbedarf! Wir haben die Forscherinnen am Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS nach ihren Erfahrungen in der Wissenschaft gefragt.

Drei Fragen an drei Forscherinnen

Marta Grobelna – Abteilung »Safety, Reliability and Availability«

Marta Grobelna

Marta Grobelna – Wissenschaftliche Mitarbeiterin »Safety, Reliability and Availability«

1:

Was fasziniert dich am meisten an deiner wissenschaftlichen Arbeit?

Marta Grobelna:

Am meisten fasziniert mich die Möglichkeit, einen Beitrag für die Zukunft zu leisten. Dafür muss ich mich Herausforderungen stellen, die kreatives und logisches Denken erfordern.

2:

Was wolltest du werden als du noch ein Kind warst?

Marta Grobelna:

In meiner Kindheit wollte ich Polizistin oder Chemikerin werden.

3:

Was möchtest du jungen Frauen raten, die über eine Karriere in der Forschung nachdenken?

Marta Grobelna:

Ich glaube, der beste Ratschlag, den ich geben kann, ist: Traut euch! In den meisten Fällen beschäftigen wir uns mit komplexen Problemen, die unterschiedliche Sichtweisen erfordern.

Da Männer und Frauen unterschiedliche Denkweisen haben, können sie sich gegenseitig ergänzen und so neue Lösungen finden.

Poulami Sinhamahapatra – Abteilung »Certifiable Artificial Intelligence«

Poulami Sinhamahapatra

Poulami Sinhamahapatra – Wissenschaftliche Mitarbeiterin »Certifiable Artificial Intelligence«

1:

What fascinates you most about your research?

Poulami Sinhamahapatra:

The focus of my research is on Safe AI, thus I am always motivated by the fact that I am involved in making good use of technology through AI, which also ensures a safe experience of the end-user.

2:

What did you want to become when you were still a child?

Poulami Sinhamahapatra:

As a child, I thought astronauts were pretty cool! But nonetheless, I always liked to read and imagine new ways of doing stuff. I never liked to follow convention set by stereotypes in our society.

3:

What is your advise for young women who are considering a career in research?

Poulami Sinhamahapatra:

Well I believe, if you like to give shape to your new ideas at your pace without trying too hard to »fit-in« in conventional places, then you should follow a career in research.

Dominique Seydel Head of Business Development und Beauftragte für Chancengleichheit

Dominique Seydel

Dominique Seydel – Head of Business Development und Beauftragte für Chancengleichheit

1:

Was fasziniert dich am meisten an deiner wissenschaftlichen Arbeit?

Dominique Seydel:

Die spannenden Themen sind für mich das Beste an Forschungsarbeit am Fraunhofer IKS. Wir forschen an Technologien, die unsere Zukunft prägen werden. Das Besondere an der außeruniversitären Forschung ist, dass wir unsere Lösungen direkt in die Praxis bringen.

2:

Was wolltest du werden als du noch ein Kind warst?

Dominique Seydel:

Damals habe ich gern Geschichten über die Zukunft und Berichte über neue Erfindungen gelesen. Die Vorstellung, diese Technologien in meinem Alltag zu benutzen, war sehr spannend für mich. Deshalb wollte ich selbst auch Erfinderin werden.

3:

Was möchtest du jungen Frauen raten, die über eine Karriere in der Forschung nachdenken?

Dominique Seydel:

Die technischen Bereiche der Wissenschaft sind wirklich sehr vielfältig. Hier kann jede junge Frau ein Thema finden, dass sie begeistert und in dem sie die Forschung vorantreiben kann – davon bin ich überzeugt. Deshalb traut euch!


Frauen in der Wissenschaft fördern

Jungen Frauen, die über eine Promotion nachdenken oder auch schon dabei sind, möchte ich vermitteln: Wege entstehen, indem man sie geht.

Dr. Petra Steffens

Leiterin Innovationsprogramm »Kognitive Systeme«

Um Frauen in der Wissenschaft aktiv zu fördern, ist Dr. Petra Steffens neben ihrer Tätigkeit am Fraunhofer IKS auch Mentorin des TALENTA »speed up« Programms der Fraunhofer-Gesellschaft. Das TALENTA Förderprogramm der Fraunhofer-Gesellschaft richtet sich an engagierte weibliche Wissenschaftlerinnen. Es bietet Unterstützung auf dem gesamten Karriereweg, vom Berufseinstieg bis in den Übergang in eine Führungsposition. Petra Steffens betreut dabei eine junge Wissenschaftlerin des Fraunhofer IIS. Es ist ihr besonders wichtig, ihre persönlichen Erfahrungen mit der Nachwuchswissenschaftlerin zu teilen und ihr auf ihrem Karriereweg in der Wissenschaft beratend zur Seite zu stehen.

Dr. Petra Steffens

Dr. Petra Steffens - Leiterin Innovationsprogramm »Kognitive Systeme«

»Der Weg zur Promotion ist, gerade für junge Wissenschaftlerinnen, häufig von Selbstzweifeln begleitet: Bin ich fachlich gut genug? Kann ich eine Promotion mit meinem Privatleben vereinen? Wird mir mein Job genug Freiraum lassen? Jungen Frauen, die über eine Promotion nachdenken oder auch schon dabei sind, möchte ich daher vermitteln: Wege entstehen, indem man sie geht. Ich selbst war 54 Jahre alt, als ich anfing, meine Dissertation zu schreiben, hatte drei Kinder und einen Vollzeitjob. Mit 59 Jahren habe ich die Promotion abgeschlossen. Und, ja es war möglich und ja, es war eine der lohnenswertesten Unternehmungen meines Lebens. Diese Erfahrung würde ich gerne weitergeben.«


Karriere am Fraunhofer IKS

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