Safe Intelligence Day 2026
So halten sich KI und Sicherheit in der Automatisierung die Waage

Am 5. Februar 2026 findet der nächste Safe Intelligence Day am Fraunhofer IKS statt. Schwerpunkthema der Showcases, Vorträge und Diskussionen ist generative KI in der Automation. Drei Aspekte spielen dabei eine wesentliche Rolle: generative KI im Safety-Engineering-Prozess, als Basis für Fehlerbehebungs-Assistenten in der Produktion und im Einsatz zur Code-Generierung in der Fertigung.

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Ein Gleichgewicht zwischen Künstlicher Intelligenz (KI) und Sicherheit zu schaffen sowie neue Rechentechniken erfolgreich domänenübergreifend und in sicherheitskritische Umgebungen zu integrieren: Darauf zielt die angewandte Forschung am Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme in München ab. Dies setzt voraus, dass bestehende Vorschriften und Standards berücksichtigt werden, einschließlich des EU AI Acts, der EU-Maschinenrichtlinie und der internationalen Norm IEC 61508. Die Verbindung zwischen diesen Regelwerken einerseits und praktischen Ansätzen in der Industrie andererseits ist genau der Mehrwert, den das Fraunhofer IKS liefert. Der Einsatz generativer KI beispielsweise ist ein brandaktuelles Thema, bei dem diese Verbindung im Mittelpunkt der Forschung steht.

Es ist daher nur folgerichtig, dass das Thema Generative KI in der Automatisierung den inhaltlichen Schwerpunkt des Safe Intelligence Day 2026 bildet. Und das unter drei verschiedenen Blickwinkeln.

Unterstützung durch Generative KI für die Sicherheit

Die Entwicklung sicherheitskritischer Systeme ist eine hochkomplexe Aufgabe, bei der Sicherheitsingenieure erheblich von automatisierter Unterstützung profitieren könnten. Es ist jedoch eine besondere Herausforderung, innovative Unterstützungstechniken in Umgebungen einzusetzen, in denen strenge Sicherheitsanforderungen gelten. Um diese Lücke zu schließen, erforscht das Fraunhofer IKS den Einsatz generativer KI, um wichtige Aspekte des Safety-Engineering-Workflows zu automatisieren. Die Idee ist, generative KI so anzupassen, dass sie bei spezifischen Safety-Engineering-Herausforderungen wie der Gefahrenidentifikation hilft und sich gleichzeitig auf die Ziel-Anwendungsdomäne einstellt. Mit dieser innovativen Methode können Sicherheitsstandards und -vorschriften berücksichtigt werden, wodurch sich der Gesamtentwicklungsaufwand und die Kosten reduzieren.

Unterstützung bei der Fehlerbehebung in der Produktion

In der Fertigung bremsen Ausfallzeiten oder Probleme mit der Produktqualität die Produktion, was zu erheblichen finanziellen Verlusten führt. Diese Probleme zu beheben, ist jedoch herausfordernd, da der Fehlerbehebungs-Prozess von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verlangt, Informationen aus mehreren Quellen abzurufen, um die zugrundeliegende Ursache zu finden und zu beheben. Das Fraunhofer IKS schlägt eine Lösung für dieses Problem vor, die aus einem Assistenten auf der Basis von Large Language Models (LLM) besteht, der den Fehlerbehebungs-Prozess in der Produktion straffen kann. Um diesen Ansatz in die Fertigung zu bringen, müssen Barrieren wie mangelndes Nutzervertrauen und fehlende Zuverlässigkeitsquantifizierung überwunden werden. Zusätzlich sind bereits vorhandene Fehlerbehebungs-Informationen effektiv zu nutzen und in die Interaktionen mit dem Endnutzer zu integrieren. Diese Lösung ist Bestandteil der breiteren Vision einer modularen Toolbox für flexible und widerstandsfähige Produktion.

Code-Generierung für Produktionslinien

Fertigungsunternehmen bewegen sich darauf zu, Automatisierung in so vielen Prozessen wie möglich zu nutzen. Dazu gehört die Generierung von Code für Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), was den Entwicklungsaufwand erheblich senken und zu Kosteneinsparungen führen würde. Um dies zu ermöglichen, geht das Fraunhofer IKS zusammen mit Industriepartnern die Herausforderung an, Code zu generieren, der Anforderungen erfasst, verifiziert ist und zuverlässig in Simulation und realer Implementierung funktioniert. Dies beinhaltet ein Gleichgewicht zwischen Effizienzgewinnen und Qualitätssicherung durch einen mehrstufigen Code-Generierungsprozess, z.B. die Einbeziehung sowohl statischer als auch dynamischer Analyse während der Validierung. Das Ziel ist es letztendlich, nicht nur LLMs für die Erstellung von Steuerungsanwendungen zu verwenden, sondern auch geeignete Methoden zu entwickeln, die es ermöglichen, sie vollständig in den Workflow von Fertigungsunternehmen zu integrieren.

Ideenaustausch ausdrücklich erwünscht!

Der Safe Intelligence Day schafft eine Umgebung, in der Industriepartner Ideen austauschen, aktuelle Herausforderungen diskutieren und sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen vernetzen können. Zu diesem Zweck hat das Fraunhofer IKS das Programm so gestaltet, dass es sowohl während des Tages als auch am Abend reichlich Gelegenheiten zum Networking bietet. Zusätzlich ist es für Partner, die an tiefergehenden Diskussionen mit dem Fraunhofer IKS interessiert sind, möglich, (über das Anmeldeformular) Einzelgespräche mit Forscherinnen und Forschern des Instituts zu vereinbaren, entweder am Morgen der Veranstaltung selbst oder am folgenden Morgen.

Die Safe-Intelligence-Day-Veranstaltungsreihe ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, über die Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Industrie und Wissenschaft auf dem Laufenden zu bleiben, ihre strategische Positionierung zu definieren und neue Geschäftsmöglichkeiten zu identifizieren. Bei der vorherigen Ausgabe der Veranstaltung wurden beispielsweise wichtige Erkenntnisse erarbeitet, die dabei helfen, die aktuelle Automatisierungslandschaft zu gestalten.

Wenn Sie daran interessiert sind, mehr über aktuelle Forschungstrends in der Automatisierung zu erfahren, Ansätze zur Steigerung der Flexibilität und Effizienz in der Produktion zu diskutieren und mit Fachleuten sowohl aus der Wirtschaft als auch aus der Wissenschaft zu sprechen, vergessen Sie nicht, sich für den Safe Intelligence Day 2026 zu registrieren – die Plätze sind begrenzt und die Anmeldungen sollten bis zum 22. Januar 2026 abgeschlossen sein.

Wir freuen uns darauf, Sie am Fraunhofer IKS begrüßen zu dürfen!

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